Obstbauverein für 2017 wieder viel vorgenommen

OGV_2017_Kalbensteinberg - KopieJahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Kalbensteinberg.

KALBENSTEINBERG – Als kurzweiliger Abend voll geballter Information zeigte sich die jährliche Versammlung des Kalbensteinberger Obstbauvereins. Die Zahlen sprechen für einen stetigen Aufwind beim Verkauf der „Kalber“ und „Brombachseer“ Produkte, was nicht zuletzt am verstärkten Marketing des Vereins und seiner Markenbotschafterinnen liegt. Im Vortragsteil fesselte Kreisbäuerin Helga Horrer mit einem interessanten Vortrag zum Thema „Natürlicher Pflanzenschutz“ ihre Zuhörer.

Wie von Kassier Roland Jäger zu erfahren war, wurde im vergangenen Jahr in der Brennerei eine Obstmenge von 38.900 kg verarbeitet, etwa 50% davon Äpfel, 25% Kirschen sowie 25% Birnen und Zwetschgen, was einer Menge von 696 Litern Kirschbranntwein und 425 Litern Birnenbranntwein entspricht. (Die Literzahlen von Apfel und Birne waren zur Versammlung noch nicht ausgewertet)

An „Echt Brombachseer“-Produkten wurden alleine 3.900 Flaschen BergKirsch hergestellt, von den Glühweinen KirschFeuer und KirschTraum zusammen 5.700 Flaschen und von der kürzlich mit dem „Pomme d’Or“ prämierten Kalber Quitte 700 Flaschen. Hierfür kaufte der Verein von den Mitgliedern insgesamt über 10 Tonnen Obst an sowie für Mischsäfte nochmal weitere 3.500 kg. Die Obstankaufspreise blieben 2016 stabil und können auch für das laufende Jahr garantiert werden.

Insgesamt sei der Umsatz von Branntwein und Likör 2016 deutlich gestiegen, so Kassier Jäger, was auf verstärkte Werbeaktivitäten zurückzuführen sei. Vor allem die Hoheiten hätten durch ihre Präsenz als Markenbotschafterinnen Enormes dazu beigetragen. Aber auch die Teilnahme an Ausstellungen und Märkten zeigt inzwischen Wirkung. Zudem mache sich der Absatz über Dorfladen und Prunothek sowie die zusätzliche Akquisition bei Getränkemärkten und Hofläden immer mehr bemerkbar.

Im Mosthaus, über das Stefan Müller berichtete, wurden insgesamt 67 Tonnen Obst zu Säften verpresst, was fast 8.000 Bag-in-Box-Beutel und 2.100 Flaschen ergab. Sein Dank ging deshalb an das Mostteam, das man mit großem Engagement oft um Mitternacht noch am Mosthaus arbeiten und die Maschinen reinigen sieht. Für ein Obstjahr 2017 ohne Zwischenfälle hofft Müller: „Es werd scho wern, su lang dass die Maschina genga.“

Im Vortragsteil referierte Kreisbäuerin Helga Horrer zum Thema „Pflanzenschutz hausgemacht“. Die gelernte Gärtnerin mit Fachrichtung Baumschule sprach leidenschaftlich von ihrem Herzblutthema, dem sie das Motto „Garten erzieht zu Geduld und Gelassenheit“ voran stellte. Der Gärtner solle „nicht übermütig werden“, sondern mit angemessenen Mitteln den Garten vor Schädlingen verteidigen. Der richtige Standort und genügend Licht seien der natürlichste Pflanzenschutz.

Die Gartenexpertin sprach aus langjähriger Erfahrung: Das Wichtigste sei, „nicht gegen den Boden zu arbeiten“, sondern vielmehr die vielen Nützlinge und Lebewesen „bei Laune zu halten“. In ihrem kurzweiligen Vortrag waren allerhand nützliche Tipps zu erfahren, von Ohrwürmern gegen Ameisen, Kräuterbädern, Kartoffeln zur Bodenreinigung oder Vollmilch als Spritzmittel gegen Pilze. Die Referentin selbst fühlte sich sichtlich wohl und machte den Eindruck, noch stundenlang über das Thema weiterreden zu können.

Das vergangene Jahr, auf das die Vorsitzende Evi Zottmann-Reichard zurück blickte, bestimmte in finanzieller Hinsicht der nicht vorherzusehende Defekt der Feinbrandblase. Zu den angenehmen Ereignissen gehörten dagegen die zwei Flurwanderungen um Kalbensteinberg, die Teilnahme am Seenlandmarkt, das KirschHofFestes mit der Proklamation von Kirschenprinzessin Julia sowie der Besuch eines Fernsehteams des Bayerische Rundfunks in der Brennerei.

Highlights waren aber auch die Aktivitäten der „Kalber Früchtchen“ mit dem Jahresthema Bienen sowie dem erfolgreichen Verkauf des Kirschkochbuchs „Alles Kirsche oder was?“, das inzwischen in der dritten Auflage mit 600 Exemplaren gedruckt wurde und sich über Märkte, Dorfläden und Buchhandlungen bestens verkauft, wie Rosenkönigin Tina Müller begeistert berichtete.

Für 2017 nehmen sich die „Früchtchen“ das Jahresthema Wald vor. Beim diesjährigen Kirschhoffest wird nach Abdankung der amtierenden Kirschenkönigin Christina die Proklamation der Nachfolgerin Julia stattfinden. Ferner sei ein Umbau der Brennerei räume geplant, um den Verkauf weiter anzukurbeln. Momentan finden hierzu Beratungsgespräche und erste Planungen statt.

Vorsitzende Zottmann-Reichard und Bürgermeister Schmaußer bedankten sich bei allen Helfern, die mit ihrem ehrenamtlichen Dienst den Betrieb am Laufen halten und das ganze Jahr über „Gewehr bei Fuß“ stehen. Damit ging ein langer und informativer Abend zu Ende.

OGV_2017_Kalbensteinberg_Tina_u_Julia_Mueller - Kopie

Fotos und Text: Thomas Müller

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